Benutzung Kreisarchiv

Damit sich für Sie der Besuch im Kreisarchiv so erfolgreich wie möglich gestaltet, wollen wir Ihnen nachstehende Hilfestellungen geben.
Grundsätzlich ist eine telefonische oder schriftliche Anmeldung nicht unbedingt erforderlich. Allerdings empfehlen wir gerade auswärtigen Interessenten und Forschern, sich vor einem geplanten Besuch mit einer schriftlichen Anfrage (Brief, Fax oder E-mail) an uns zu richten und darin Ihr Forschungsthema so konkret wie möglich zu beschreiben. So können wir vorweg klären welche Quellen für Sie in Frage kommen oder Ihnen weitere Hilfestellungen zur Bearbeitung Ihres Themas geben.

Praktische Hinweise für den Erstbenutzer

Selbstverständlich freuen wir uns über jeden, der sich der Geschichte verschrieben hat und in einem Archiv erstmalig recherchieren möchte. In einem ersten Schritt sollten Sie versuchen zu klären, ob das Archiv, welches Sie ansprechen wollen, überhaupt zuständig ist. Archive übernehmen nur Unterlagen ihres eigenen Zuständigkeitsbereiches, dem sogenannten „Archivsprengel“. Dieser definiert die geographische, organisatorische und zeitliche Zuständigkeit des Archivs. Während beispielsweise das Brandenburgische Landeshauptarchiv Unterlagen der staatlichen Verwaltung übernimmt, übernimmt das Kreisarchiv die Unterlagen aus der eigenen Kreisverwaltung oder ein entsprechendes Stadtarchiv nur Unterlagen aus der jeweiligen Stadtverwaltung.

Um die Ordnung in einem Archiv zu verstehen sollten Sie wissen, dass wir die Akten nach dem so genannten Provenienzprinzip („Herkunftsprinzip“) ordnen und verzeichnen. Da nicht der sachliche Inhalt, sondern die Herkunft das entschiedene Kriterium ist, kann auf dieser Grundlage der Entstehungsprozess gewahrt bleiben.

Beispiel: Unterlagen der Kreisbauamtes zum Bau einer Turnhalle in einer Gemeinde werden nicht mit den Unterlagen der Gemeindeverwaltung vermischt.

In einem Archiv befinden sich zum Teil umfangreiche Unterlagen mit personenbezogenen Daten. Diese Unterlagen dürfen nach dem Brandenburgischen Archivgesetz nur mit einer Einschränkung zur Benutzung freigegeben werden. Die schutzwürdigen Belange jedes einzelnen Bürgers werden so gewahrt. Nach den Bestimmungen des Brandenburgischen Archivgesetzes (§10 Abs. 3) darf demnach Archivgut erst 10 Jahre nach dem Tod der betroffenen Person benutzt werden. Ist dieses nicht feststellbar, endet die Schutzfrist 90 Jahre nach der Geburt. Ist auch das Geburtsjahr dem Archiv nicht bekannt, endet die Schutzfrist für personenbezogenes Schriftgut 60 Jahre nach Entstehung der Unterlagen.

Allerdings sieht das Brandenburgische Archivgesetz auch Ausnahmen vor. Liegt beispielsweise die Einwilligung der betroffenen Person vor oder handelt es sich um ein wissenschaftliches Vorhaben können die Schutzfristen verkürzt werden. Nähere Einzelheiten müssten bei der Antragstellung geklärt werden.

Für die Aktenbenutzung ist zu sagen, dass diese aus Gründen der Bestandserhaltung und des Datenschutzes nur im Benutzerraum des Kreisarchivs stattfinden kann. Für jedes Forschungsvorhaben ist ein Benutzerantrag auszufüllen, indem Ihr Thema genau beschrieben wird. Nachdem Ihr Antrag genehmigt, abgelehnt oder mit Auflagen versehen worden ist, erhalten Sie die Archivalien zur Vorlage. Daneben steht Ihnen zur Literaturrecherche auch die Archivbibliothek zur Verfügung.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch im Kreisarchiv!


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