Pressemitteilung

2020 / 0209
17.09.2020

Afrikanische Schweinepest: Krisenstab koordiniert Tierseuchenbekämpfung

Noch keine Wildschweinfunde im gefährdeten LDS-Gebiet / Beschilderung abgeschlossen

Der mit dem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) einberufene Krisenstab in Dahme-Spreewald hat sich heute zur Abstimmung der Tierseuchenabwehr auf dem Territorium des Landkreises getroffen. Im Lübbener Kreistagssaal hat die Verwaltungsspitze zusammen mit Vertretern des Veterinäramts, der unteren Jagdbehörde, des Straßenverkehrsamts sowie des Amtes Lieberose/Oberspreewald, Landesbetriebs Forst, Jagdbeirats und Bauernverbandes Südbrandenburg weitere Maßnahmen zur Feststellung des tatsächlichen Infektionsgeschehens und Verhinderung der Ausbreitung koordiniert. In Dahme-Spreewalds ASP-Krisenstab wird die aktuelle Tierseuchenlage als hochdynamisch eingeschätzt. Dies bestätigen neuerliche Wildschweinkadaver-Funde in und unweit des Kerngebiets in den Landkreisen Oder-Spree und Spree-Neiße. Im  derzeit festgelegten gefährdeten Gebiet des Dahme-Spreewald-Kreises ist bisher noch kein Fallwild gefunden worden. Die Afrikanische Schweinepest ist eine ansteckende Erkrankung der Haus- und Wildschweine. Für den Menschen ist die anzeigepflichtige Tierseuche ungefährlich.

Amtstierärztin Dr. Jana Guth informierte neben dem gegenwärtigen Seuchengeschehen darüber, dass die Beschilderung des gefährdeten Gebiets in Dahme-Spreewald mithilfe der Straßenverkehrsbehörde und des Landesbetriebs Straßenwesen abgeschlossen ist. Die gestartete Fallwildsuche mit zwei Suchtrupps im zirka 10.800 Hektar großen Areal wird unterstützt von ortskundigen Mitarbeitern der Oberförsterei Lieberose. Derzeit werden zusätzliche Einsatzteams von je zehn Personen zur Intensivierung des Auffindens von toten Wildschweinen und deren anschließender Bergung gebildet.

Sollten Privatpersonen ein totes Wildschwein entdecken, ist dies niemals anzufassen. Der Fund ist umgehend dem Kreisveterinäramt mit genauer Beschreibung des Fundortes unter der Tel.: 03546 20-1613 oder per E-Mail an fallwildmeldung@dahme-spreewald.de zu melden. Nach Möglichkeit wird zudem erbeten, ein Foto vom Kadaver sowie die GPS-Koordinaten des Fundortes per Smartphone mitzuteilen. Der Tierkörper wird anschließend beprobt und durch speziell geschulte Bergetrupps unter entsprechenden Hygienevorschriften geborgen sowie anschließend unschädlich beseitigt. „Nur wenn wir schnell wissen, in welchem Maß infiziertes Fall- und Unfallwild das Virus im gefährdeten Gebiet verbreitet hat, können wir die Afrikanische Schweinepest auch rasch und wirksam bekämpfen“, sagt Dr. Guth.

Betroffen sind in Dahme-Spreewald derzeit die Stadt Lieberose mit den Ortsteilen Goschen, Blasdorf, Trebitz sowie die Gemeinde Jamlitz mit den Ortsteilen Ullersdorf und Leeskow. Eine kürzlich durch den Landkreis erlassene Allgemeinverfügung (Amtsblatt Nr. 27 – 2020) untersagt in diesem gefährdeten Gebiet unter anderem das Jagen aller Tierarten und die Nutzung von land- und forstwirtschaftliche Flächen. Das beim brandenburgischen Verbraucherschutzministerium aktivierte Landeskrisenzentrum Tierseuchenbekämpfung unterstützt momentan die drei betroffenen Landkreise Spree-Neiße, Oder-Spree und Dahme-Spreewald bei der Festlegung einer äußeren „Pufferzone“.
Dort steht neben der Fallwildsuche, der Bergung und unschädlichen Beseitigung von allen Wildschweinkadavern auch die Untersuchung aller erlegten Tiere und die Entsorgung des Aufbruchs im Vordergrund. Die konkreten Restriktionen werden in einer weiteren Tierseuchen-Allgemeinverfügung bekanntgegeben.

ASP-Bürgertelefon wird eingerichtet
Der Landkreis Dahme-Spreewald richtet eine Hotline ein, an die sich die Bürgerinnen und Bürger ab dem kommenden Montag, 21. September 2020, zu allen Fragen rund um das Thema Afrikanische Schweinepest wenden können. Unter der Rufnummer 03546 20-1588 stehen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kreisverwaltung von Montag bis Freitag in der Zeit von 8 bis 16 Uhr als Ansprechpartner zur Verfügung. Falls sich Fragen ergeben, die nicht sofort am Telefon beantwortet werden können, werden diese notiert, anschließend hausintern zur Abklärung weitergeleitet und mit einem zeitnahen Rückruf beantwortet.

Informationsangebot im Netz
Weiterführende Informationen zur Afrikanischen Schweinepest, wie beispielsweise ein Frage-Antwort-Katalog des Veterinäramtes, gibt es hier.


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