Pressemitteilung

2022 / 0211
31.07.2022

aquamediale 15 2023 „Unart Natur – Mensch prokontra Natur“

10 KünstlerInnen ausgewählt und bekannt gegeben

Am vergangenen Samstag lud das Kunstfestival aquamediale zum Sommernachtstraum an der Seebühne Goyatz ein. Kulturdezernent Stefan Wichary und Kurator Harald Larisch gaben eine erste Vorschau auf die 15. Kunstausstellung, die 2023 in Schlepzig stattfinden wird. Musikalisch begleitet wurden sie vom Cellisten
Loop Trigger aus Poznań.

v.l.n.r.: Cellist Loop Trigger, Norbert Schmidt als Vorstandsvorsitzender des Fördervereins und Kulturdezernent Stefan Wichary begrüßen zur Preview in Goyatz auf der Seebühne (Fotos: Stefan Otto)v.l.n.r.: Cellist Loop Trigger, Norbert Schmidt als Vorstandsvorsitzender des Fördervereins und Kulturdezernent Stefan Wichary begrüßen zur Preview in Goyatz auf der Seebühne (Fotos: Stefan Otto)

Thema der aquamediale 15 ist „Unart Natur – Mensch prokontra Natur“. Die 15. aquamediale verpflichtet sich zur Auseinandersetzung mit den das Klima beeinflussenden Faktoren und untersucht die Auswirkungen einer ungebremsten Konsumwirtschaft auf Mensch und Natur. Das Thema „Unart Natur - Mensch prokontra Natur“ ist aus dem Missverhältnis des Menschen im Umgang mit der Natur und den daraus resultierenden gesellschaftlichen Konflikten entstanden. VordenkerInnen im Bereich der Nachhaltigkeit liefern deutliche Bilder für die Begrenztheit der weltweiten Ressourcen. Das Kunstfestival aquamediale 15 erweitert die Bilder dieser VordenkerInnen und macht sie in der Region des Spreewaldes sichtbar.

Highlight der Veranstaltung war das Konzert der Band KEIMZEIT aus Bad Belzig. Gemeinsam mit rund 500 BesucherInnen feierten sie ihr 40-jähriges Bühnenjubiläum an der Seebühne Goyatz. Im Anschluss haben die regionalen DJ`s Ruuuderboyz und DJ Matze FETENTOUR den Sommernachtstraum am Schwielochsee ausklingen lassen.

Die Band KEIMZEIT aus Bad Belzig in Goyatz zu ihrem 40-jährigen BühnenjubiläumDie Band KEIMZEIT aus Bad Belzig in Goyatz zu ihrem 40-jährigen Bühnenjubiläum

Der Förderverein aquamediale e.V. hat für das Ausstellungsjahr 2023 erstmals wieder ein Bewerbungsverfahren (Open Call) für die Teilnahme an der 15. aquamediale Kunstausstellung ausgeschrieben. Immerhin 123 Bewerbungen aus 16 Nationen sind im Rahmen des Verfahrens eingegangen. Kurator Harald Larisch hat nach folgenden Kriterien eine Auswahl für „Unart Natur – Mensch prokontra Natur“ vorgenommen:

  • Die Tiefe des Gedankens zum Thema.
  • Der Grad der künstlerischen Abstraktion.
  • Die Assoziations- & Partizipationsmöglichkeiten.
  • Das Zusammen-Spiel der einzelnen Installationen als orchestraler Klang.
  • Die technische, ökologische & ökonomische Realisierbarkeit im Biosphärenreservat.
  • Die Gewährleistung der Haltbarkeit & des restlosen Abbaus der Objekte.

Kurator Harald Larisch hatte die glückliche Schwierigkeit, aus einem breiten Angebot engagierter Ideen mit hohen künstlerischen Qualitäten auf zehn Entwürfe verdichten zu müssen. Larisch bedankt sich bei allen KünstlerInnen, die sich am Open Call beteiligt haben.

Gemeinsame Bekanntgabe durch Anika Meißner vom Förderverein aquamediale e.V. und Kurator Harald LarischGemeinsame Bekanntgabe durch Anika Meißner vom Förderverein aquamediale e.V. und Kurator Harald Larisch

Die 10 KünstlerInnen an der aquamediale 15 Kunstausstellung 2023 sind:

Anja Asche Berlin
„Anja Asche hat ein Auge für das Kleine, für Dinge oder Phänomene, die so alltäglich oder unbedeutend zu sein scheinen, dass sie übersehen oder nicht wahrgenommen werden. In ihren ... Installationen setzt sie sich auf ... eine sehr überzeugende Art mit der Zerbrechlichkeit und Vergänglichkeit der Existenz ... auseinander.“
(Urszula Usakowska-Wolff)

Doris Leuschner Hvide Sande
„In einem Biosphärenreservat wie Schlepzig, wird der Grenzgang zwischen Mensch & Natur besonders deutlich: eine natürliche Landschaft muss durch den Menschen vor dessen Eingriffen geschützt werden; ein hochsensibles Ökosystem erfordert einen sensiblen Grenzgang zwischen Kontrolle und Freiheit der Natur.“
(Doris Leuschner)

Ghaku Okazaki Stuttgart
„Natur ist der Raum, wo die unterschiedlichsten Lebewesen miteinander sind. Es ist da manchmal brutal, aber kreiert die Verschiedenheit nur Konflikte? Nicht immer! In der grenzenlosen Verbindung ist die Harmonie da, in der die Vielfältigkeit nicht verneint wird.“
(Ghaku Okazaki)

Imke Rust Oranienburg
„Den Menschen als integralen Teil der Natur wahrzunehmen heißt, unseren Einfluss bewusster auf das Ganze zu fokussieren.“
(Imke Rust & Harald Larisch)

Isabel Ott Berlin
„Der futuristische Blick auf den Wandel der Ökosysteme als Reminiszenz an die Zukunft? Das paradoxe Wortspiel öffnet eine unbekannte Sicht auf die heutige Zeit.“
(Isabel Ott & Harald Larisch)

Katalin Pöge Berlin
„In den Lehren des Daoismus heißt es, dass unsere Augen (Yang) betrogen werden können. Sehen wir aber mit geschlossenen Augen hin und aktivieren unseren ganzen Geist und unseren Körper (Yin) können wir Wahrheit sehen.“
(Katalin Pöge)

Katrin Woelger Wien
„Oft sind wir versucht, die Natur schöner zu machen, zu verändern, zu benutzen. In Sri Lanka sah ich heilige Bäume, um die herum Tempel gebaut wurden, auf Haiti Bäume, die als Sitz der Geister geschmückt und verehrt wurden, bei uns gibt es Dorfeichen, Linden, um die getanzt wurde, Maibäume, die im Frühling aufgestellt werden, Birken, die zu kirchlichen Festen vor Häuser gelehnt werden ... und wir schmücken uns mit Stoff, der unsere Nähe zur Natur symbolisieren soll.“
(Katrin Woelger)

Maria Bauhofer & Jonas Fleckenstein Leipzig
„Die Zerstörung der Natur durch den Menschen beschwört ein Gefühl der Beklemmung und Überforderung. In Alfred Hitchcocks Film „Die Vögel“ lässt durch das absonderliche Verhalten der Tiere ein Unbehagen entstehen. Dieses verwandelt sich in eine echte Bedrohung.“
(Maria Bauhofer)

Marike Schreiber Wesenberg
„Generell möchte ich deutlich machen, dass wir nicht nur wissenschaftlich nüchtern ... die Natur untersuchen sollten, ... sondern als ein Teil von ihr ... wieder mit ihr in Verbindung zu treten versuchen.“
(Marike Schreiber)

Viviana Druga Berlin
„Wir leben in kritischen Zeiten. Das allgemeine Gefühl ist Instabilität. Kunst ist ein Spiegelbild der Realität, und selbst wenn sie im Umgang mit Tod und Angst keine gültige Lösung für die aktuelle Bedeutungskrise bieten kann, kann sie eine Hoffnung für den Beginn einer neuen Entwicklungsphase sein und neue Sichtweisen bieten.“
(Viviana Druga)

Weitere Infos zur aquamediale 15 sind auf der offiziellen Webseite abrufbar: www.aquamediale.de

Weitere Termine 2022/2023:

Der 2. Preview-Teil findet im Rahmen des Hoffestes der STORK CLUB Whiskey Destillerie am 27. August 2022 von 10:00 bis 22:00 Uhr in Schlepzig statt. Es werden künstlerische Performances gezeigt.

Der 3. Preview-Teil wird am 11. März 2023 um 19:00 Uhr digital im Live-Streaming unter www.kuenstlerhaus-eisenhammer.de gezeigt. Hier werden die KünstlerInnen der 15. Kunstausstellung ihre Konzepte präsentieren. Alle Veranstaltungen werden aufgezeichnet und später in der Mediathek unter www.kuenstlerhaus-eisenhammer.de zu sehen sein.

Die 15. aquamediale mit Rahmenprogramm findet vom 3. Juni bis zum 30. September 2023 im Biosphärenreservat in Schlepzig statt.

Das Kunstfestival aquamediale wird durch den Landkreis Dahme-Spreewald in Kooperation mit dem Förderverein aquamediale e.V. veranstaltet.


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