Pressemitteilung

2022 / 0043
18.02.2022

Mehr Sicherheit durch moderne Abbiegeassistenzsysteme

Verkehrsminister Beermann und Landrat Loge bei der RVS in Luckau

Das Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung (MIL) fördert seit 2021 die Nachrüstung von Nutzfahrzeugen wie LKW und Bussen mit Abbiegeassistenzsystemen. Verkehrsminister Guido Beermann informierte sich in Luckau mit Landrat Stephan Loge und Bürgermeister Gerald Lehmann über die Nutzung der Systeme in der Regionalen Verkehrsgesellschaft Dahme-Spreewald (RVS).

v.l.n.r: Verkehrsminister Guido Beermann, Luckaus Bürgermeister Gerald Lehmann, Schutzengel Jo der Verkehrskampagne liebersicher.de, RVS Geschäftsführer Siegfried Richter und Landrat Stephan Loge (Fotos: Pressestelle, Landkreis Dahme-Spreewald)v.l.n.r: Verkehrsminister Guido Beermann, Luckaus Bürgermeister Gerald Lehmann, Schutzengel Jo der Verkehrskampagne liebersicher.de, RVS Geschäftsführer Siegfried Richter und Landrat Stephan Loge (Fotos: Pressestelle, Landkreis Dahme-Spreewald)

Abbiegeassistenzsysteme unterstützen Fahrzeugführerinnen und -führer, indem sie per akustischem oder optischem Signal vor einer Gefährdung von Verkehrsteilnehmenden warnen.

Guido Beermann: „Der Schutz von Radfahrerinnen und Radfahrern sowie Fußgängerinnen und Fußgängern ist ein wichtiges Ziel unserer Verkehrssicherheitsarbeit. Technische Lösungen wie der Abbiegeassistent leisten dafür einen wichtigen Beitrag. Damit können schwere Unfälle beim Rechtsabbiegen verhindert werden. Mit unserer Förderung von Abbiegeassistenzsystemen wollen wir Unternehmen bei der Nachrüstung ihrer Fahrzeuge unterstützen. Ich freue mich, dass sowohl die Regionale Verkehrsgesellschaft Dahme-Spreewald mbH aus Luckau als auch die Automobile Zossen GmbH aus Blankenfelde-Mahlow Abbiegeassistenten in ihre Fahrzeuge eingebaut haben. Weitere Fördermittel stehen bereit und ich hoffe, dass noch weitere Unternehmen dem Beispiel dieser Unternehmen folgen werden.

Die Regionale Verkehrsgesellschaft Dahme-Spreewald mbH mit Sitz in Luckau ist für den öffentlichen Personennahverkehr zuständig und bietet darüber hinaus Charterfahrten an. Das Unternehmen ist auf 51 Linien unterwegs und betreibt vier PlusBus-Linien. Die Omnibusflotte umfasst 149 Fahrzeuge. Drei neue Busse wurden mit Fördermitteln des MIL mit Abbiegeassistenzsystemen nachgerüstet. Insgesamt wurden dafür Mittel in Höhe von 4.500 Euro bewilligt.

Markus Dören, Firma Mekra, zeigt den Abbiegeassistenten am RVS BusMarkus Dören, Firma Mekra, zeigt den Abbiegeassistenten am RVS Bus

Radfahrer, Fußgänger und Kraftradfahrer sind besonders durch Abbiegeunfälle gefährdet, da sie sich weitestgehend ungeschützt im Verkehr bewegen. Insgesamt starben deutschlandweit 41 VerkehrsteilnehmerInnen im Jahr 2020 bei Abbiegefehlern nach rechts, 133 Personen kamen aufgrund von Abbiegefehlern nach links ums Leben. (Unfallzahlen des Statistischen Bundesamtes).

Landrat Stephan LogeLeider bleibt es an diesen prekären Stellen und ganz häufig beim Abbiegen nicht bei einem Blechschaden, sondern verursacht einen schlimmen Personenschaden. Personenschaden ist ein sehr harmlos anmutendes Wort für einen vielleicht lebenseinschränkenden oder lebensbeendenden Unfall. Daher ist es beruhigend, wenn unsere Busfahrer mithilfe des Abbiegeassistenten zukünftig technisch unterstützt werden und so für mehr Sicherheit und Unfallvermeidung sorgen können.

RVS Geschäftsführer Siegfried Richter freut sich, „es wurden alle neuen Busse mit diesem System ausgestattet. Die RVS wird auch künftig alle neuen Busse mit dem System bestellen. Die Kosten liegen, je nach Hersteller, bei 1.400 bis 2.650 Euro. Das ist gut angelegtes Geld, um Unfälle zu verhindern“.

Im Landkreis sind bereits 29 Busse mit Abbiegeassistent im Einsatz. Weitere 20 Busse folgen im September/Oktober 2022. Die Förderung für Abbiegeassistenzsysteme teilt sich wie folgt auf:

  • 2020: 9 Busse wurden durch Fördermittel vom Bundesamt fürGüterverkehr (BAG) finanziert,
  • 2021 wurden 20 Busse angeschafft, davon wurden in 10 Bussen dieAbbiegeassistenten durch Fördermittel vom Bundesamt für Güterverkehr (BAG),3 durch die Landesförderung des MIL und 7 durch RVS allein finanziert,
  • 2022 werden 20 Busse angeschafft, davon sollen in 10 Bussen dieAbbiegeassistenten durch Fördermittel vom Bundesamt für Güterverkehr (BAG),3 durch die Landesförderung des MIL und 7 durch RVS allein finanziertwerden.

Abbiegeassistent TestfahrtAbbiegeassistent Testfahrt

Die Erklärungen und eine Testfahrt erfolgten am 16. Februar auf dem RVS Gelände in Luckau unterstützt durch Mitarbeiter der RVS als Bus- und Fahrradfahrer. Der Polizeischutzbereich Dahme-Spreewald war ebenso mit vor Ort. Seit 30. Juni 2001 besteht zwischen der RVS und dem Polizeischutzbereich Dahme-Spreewald eine Ordnungspartnerschaft. Ziel ist es, durch gegenseitige Unterstützung und gemeinsame Aktivitäten, Sicherheitsstandards zu schaffen und das Sicherheitsgefühl der Fahrgäste zu erhöhen.

Hintergrundinformation zur Richtlinie Förderung von Abbiegeassistenzsystemen

Mit der im August 2021 in Kraft getretenen Richtlinie (Rili AASBbg) fördert das Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung die freiwillige Nachrüstung von Kraftfahrzeugen mit dieser Technik. Bis Ende 2022 stehen 250.000 Euro aus Landesmitteln zur Verfügung. Die Förderung umfasst die Kosten für bauartgenehmigte und in Deutschland zugelassene Abbiegeassistenzsysteme sowie deren Einbaukosten und notwendige Anwenderschulungen. Zuwendungsfähige Kraftfahrzeuge im Sinne der Richtlinie sind Nutzfahrzeuge mit einer zulässigen Gesamtmasse von mehr als 3,5 Tonnen und Kraftomnibusse mit mehr als neun Sitzplätzen einschließlich Fahrersitzplatz. Antragsberechtigt sind nur Unternehmen mit Sitz oder Niederlassung in Brandenburg. Die Fahrzeuge müssen im Inland für die Ausübung gewerblicher, freiberuflicher, gemeinnütziger oder öffentlich-rechtlicher Tätigkeit betrieben werden.
Die Zuwendung wird als Projektförderung in Form eines Zuschusses gewährt und beträgt 80 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten sowie maximal 1.500 Euro netto je Fahrzeug. Pro Zuwendungsempfänger können maximal drei Einzelvorhaben pro Jahr gefördert werden.

Förderanträge können fortlaufend bei der zuständigen Bewilligungsbehörde, dem Landesamt für Bauen und Verkehr (LBV), eingereicht werden. Weitere Informationen zur Richtlinie sind auf den Internetseiten des LBV zu finden: https://lbv.brandenburg.de/5338.htm


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