Pressemitteilung

2020 / 0136
07.06.2020

Landkreis Dahme-Spreewald verleiht Umweltpreis 2020

Landrat und Umweltdezernentin würdigen ökologisches Engagement für die Region

Landrat Stephan Loge, Kreistagsvorsitzender Georg Hanke und Umweltdezernentin Heike Zettwitz haben am gestrigen Freitag, 5. Juni 2020, das besondere ehrenamtliche Engagement von mehreren Personen, Vereinen und Initiativen für die regionale Umwelt gewürdigt. Zum mittlerweile zehnten Mal sind mit dem Umweltpreis des Landkreises Dahme-Spreewald nun die Preisträger anlässlich des Internationalen Tages der Umwelt ausgezeichnet worden. Die Verleihung erfolge im Rahmen einer kleinen Feierlichkeit unter Einhaltung der Corona-Abstands- und Hygieneregeln im Lübbener Kreistagssaal. „Die abschließende Auswahl der Auszuzeichnenden hat uns als Jury viel Zeit und Mühe gekostet und fiel deshalb so schwer, da die Mehrzahl der Vorgeschlagenen sich sehr vorbildlich für die regionale Umwelt einsetzen und damit einen essentiellen Beitrag für unser ökologisches Bewusstsein leisten. Dafür möchte ich Ihnen allen im Namen des Landkreises ganz herzlich danken“, erklärt Landrat Loge.

Landrat Stephan Loge (r.) und Umweltdezernentin Heike Zettwitz (l.) mit den diesjährigen Umweltpreisträgern: Monika Gierach und Theo Maraszek für die Kinder- und Jugendgruppe Juniorranger “Luciferine” sowie Helmut Donath, Waltraud Düber und Hagen Melcher (v.l.n.r.). (Fotos: Marie-Luise Schmidt/LDS)Landrat Stephan Loge (r.) und Umweltdezernentin Heike Zettwitz (l.) mit den diesjährigen Umweltpreisträgern: Monika Gierach und Theo Maraszek für die Kinder- und Jugendgruppe Juniorranger “Luciferine” sowie Helmut Donath, Waltraud Düber und Hagen Melcher (v.l.n.r.). (Fotos: Marie-Luise Schmidt/LDS)

Die Jury ― bestehend aus dem Landrat, der Leiterin des Dezernates Verkehr, Bauwesen und Umwelt, dem Vorsitzenden des Kreistages, dem Vorsitzenden des Naturschutzbeirates Torsten Woitke und dem Vorsitzenden des Umweltausschusses Heiko Terno sowie vier weiteren Ausschussmitgliedern ― entschied sich dazu, das Preisgeld unter den vier Preisträgern aufzuteilen. Diesem Vorschlag war der Kreisausschuss in seiner jüngsten Sitzung am Mittwoch mit einem einstimmigen Votum gefolgt. Der Preisverleihung war ein öffentlicher Teilnahmewettbewerb vorausgegangen.

Die Ehrung erfolgt im jährlichen Wechsel mit der Würdigung besonderer ehrenamtlicher Leistungen und der Ehrung der Zivilcourage. Der Preis geht auf eine vom Kreistag im Jahr 2000 beschlossene Richtlinie zurück und ist mit insgesamt 2.600 Euro dotiert. Mit dem Umweltpreis werden besondere Leistungen oder wissenschaftliche Arbeiten, die in den Bereichen Umwelt- und Naturschutz, Landschaftspflege, Abfallwirtschaft und Umweltbildung zu einer nachhaltigen Verbesserung der Umweltsituation im Landkreis beitragen beziehungsweise beigetragen haben, gewürdigt. „Auch in diesem Jahr ist ein breites Spektrum im Bewerberfeld vertreten gewesen, welches den Kerngedanken des Preises widerspiegelt: das Umweltbewusstsein breiter Bevölkerungskreise zu fördern und dem Naturschutzgedanken größere Bedeutung zu verschaffen. All die engagierten Menschen und Initiativen regen mit ihrem nachhaltigen Agieren zum Nachahmen an“, sagt Dezernentin Zettwitz.

Dies trifft insbesondere auf den Erstplatzierten Helmut Donath zu, der mit dem Umweltpreis in Höhe von 1.700 Euro für sein besonders hervorzuhebendes Lebenswerk ausgezeichnet wird. Donath gehört zum Kreis der Gründer des 1966 geschaffenen Biologischen Arbeitskreises (BAK) Luckau und hat sich zweifelsfrei seit mehr als einem halben Jahrhundert zu einem naturkundlichen Forscher, herausragenden Umweltschützer und Gestalter von Naturschutzprojekten entwickelt. Seine Verdienste betreffen sowohl allgemeinökologische und spezifische Interessengebiete − insbesondere die Vogel- und Insektenkunde − als auch die ehrenamtlichen Tätigkeiten in verschiedenen Forschungsgemeinschaften. Neben seinem gesellschaftspolitischen Engagement im Kreistag war er langjähriger Leiter des 1997 im Auftrag des Landes Brandenburg gegründeten Naturparks Niederlausitzer Landrücken. Die wissenschaftlichen Beiträge und Untersuchungen des studierten Lehrers für Biologie und Chemie füllen nicht nur die in der Fachwelt viel beachteten „Biologischen Studien“, sondern diverse regionale und nationale Fachzeitschriften. Bereits zu DDR-Zeiten setzte er sich öffentlichkeitswirksam für den Landschaftsschutz in der Lausitzer Braunkohleregion und für die naturkundliche Ausbildung von Kindern und Jugendlichen ein - ehrenamtlich. Donath ist bis heute ein unermüdlicher „Brückenbauer“ zwischen Naturschutz und den Menschen in unserer Region.

Die Umweltpreis-Jury hat sich dazu entschieden, die verbleibenden drei Preisträger mit einer Prämie von jeweils 300 Euro gleichrangig auszuzeichnen: Waltraud Düber, Hagen Melcher und die Kinder- und Jugendgruppe Juniorranger „Luciferine“ rangieren somit zusammen auf dem zweiten Platz, ein Drittplatzierter entfällt.

Monika Gierach und Theo Maraszek für die Kinder- und Jugendgruppe Juniorranger “Luciferine” sowie Helmut Donath, Waltraud Düber und Hagen Melcher (v.l.n.r.) sind im Lübbener Kreistagssaal mit dem diesjährigen Umweltpreis ausgezeichnet worden.Monika Gierach und Theo Maraszek für die Kinder- und Jugendgruppe Juniorranger “Luciferine” sowie Helmut Donath, Waltraud Düber und Hagen Melcher (v.l.n.r.) sind im Lübbener Kreistagssaal mit dem diesjährigen Umweltpreis ausgezeichnet worden.

Die Zweitplatzierte Waltraud Düber engagiert sich in der Gemeinde Schulzendorf bereits seit längerer Zeit ehrenamtlich für den Umweltschutz. Die Ruheständlerin setzt sich dabei besonders für eine Umweltbildung der kleinsten Mitglieder ihrer Gemeinde ein. So leitet die ehemalige Lehrerin als Mitglied des Fördervereins „Verein macht Schule e. V.“ die Arbeitsgemeinschaft „Grüne Lernorte“ in Kooperation mit der Grundschule Schulzendorf. In der Schul-AG wurden beispielsweise Themenbeete auf dem Schulhof angelegt, welche sich mit Aspekten wie Blütenpflanzenvielfalt als Nahrungsgrundlage für diverse Insektenarten oder mit dem Anbau und der Pflege alter Kulturpflanzensorten beschäftigen. Doch auch außerhalb des Schulhofes baut sie für die Realisierung mehrerer Projekte ein Netzwerk aus verschiedenen lokalen Institutionen und Akteuren auf und pflegt die entstandenen Kontakte. So dient unter ihrer Federführung ein naturnaher Eichenmischwald als Veranstaltungsort des Umwelttages der Gemeinde. Für die Umsetzung der Initiative „Auch Schulzendorf blüht und summt...“ wurde auf drei Flächen Saatgut für die Entwicklung pollen- und nektarspendender Blühwiesen ausgebracht, um die lokalen Bienenweiden für mehr Arten- und Insektenvielfalt zu fördern.

Das Engagement des ebenfalls Zweitplatzierten Hagen Melcher für den lokal-praktischen Naturschutz ist genauso hoch einzuschätzen. Mit seiner ehrenamtlichen Arbeit werden direkte Artenschutzmaßnahmen in seinem Heimat- und Wohnort Byhleguhre-Byhlen und deren näherer Umgebung unterstützt. Zur Förderung der Fauna legt Melcher beispielsweise Totholzhaufen, Sitzbäume, Laubhaufen oder Versteckmöglichkeiten an, baut Insektenhotels und Nistkästen für verschiedene Brutvögel. So konnten im letzten Jahrzehnt mehr als hundert selbst gefertigte Nistkästen ausgehändigt und angebracht werden, die zudem jährlich kontrolliert, gereinigt und dokumentiert werden. Im Herbst und Winter ergreift der Byhleguhrer umfassende Schutzmaßnahmen für verwaiste Igeljungen mit der Fütterung nach tierärztlicher Anweisung. Auf seinem Grundstück befinden sich zahlreiche Nisthilfen zur Unterstützung der Ansiedlung von Fledermäusen, Schwalben sowie Blühangebote für Insekten. Neben der praktischen Arbeit, kommuniziert er den Artenschutz etwa über Schenkungen von Einzelanfertigungen, beispielshalber bei Wettbewerben oder Dorffesten und betreibt die aufwendige Akquise des erforderlichen Materials. Zudem bezieht er lokale Institutionen durch Materialspenden in seine Naturschutzarbeit ein, was in der Folge mit einer Vermittlung des Naturschutzgedankens verbunden ist.

Zu guter Letzt auf Platz Zwei landete auch die Kinder- und Jugendgruppe Juniorranger „Luciferine“ der Naturwacht des Naturparks Niederlausitzer Landrücken. Die Juniorranger sind eine national und international wirkende Bewegung von Kindern und Jugendlichen in Großschutzgebieten, wie Biosphärenreservaten, Nationalparks und Naturparks. Zum Kennenlernen und Erhalten von Schätzen im Naturpark Niederlausitzer Landrücken des Landkreises besteht eine solche Gruppe von gegenwärtig vier Kindern im Alter von acht bis 14 Jahren unter fachlicher und pädagogischer Betreuung der Naturwacht. Bei regelmäßigen Treffen werden den Juniorrangern Naturerfahrungen und vertiefende Einblicke in die Struktur, Aufgaben und Zielsetzungen der Naturlandschaft ermöglicht und somit zum vernetzten Denken und praktischen Handeln angeregt. Auf verschiedenen Entdeckertouren wird nicht nur dem Bieber, Fledermäusen, Käuzchen oder Amphibien nachgespürt, sondern nebenbei auch gleich Müll beräumt. Die Juniorranger haben zudem Wildblumensamen für die Anlage einer Insektenwiese in Luckau gesammelt und Insektenhotels hergestellt. Im Sommer 2019 erfolgte durch die Kinder in nahezu vollständiger Eigenregie eine Rettungsaktion für die Fische im Stadtgraben Luckau. Diese kleine Auswahl von Beispielen zeigt, dass die Kinder und Jugendlichen der Juniorranger sich ein umfangreiches Wissen über natürliche Zusammenhänge sowie verschiedene Tierarten aneignen und dadurch erlernen, vorausschauend und global zu denken und umweltbewusst mit der Natur umzugehen.


nach oben