Aktuelles - Landkreis Dahme-Spreewald

2019 / 0243
18.10.2019

Fotocollagen von röntgenhafter Vielschichtigkeit in Vertikaler Galerie

Gisela Gränings Kunstausstellung „Lebenslandschaften“ in Lübben eröffnet

Kulturdezernent Carsten Saß und Künstlerin Gisela Gräning (Fotos: LDS)Kulturdezernent Carsten Saß und Künstlerin Gisela Gräning (Fotos: LDS)Erwartungsvolle Stille und angeregtes Gemurmel legten sich am Mittwoch wechselweise über die Flure des Lübbener Landratsamtes. Die gekommenen Gäste stimmen sich auf die Eröffnung der neuen Kunstausstellung „Lebenslandschaften – Composites. Collagen“ von Gisela Gräning ein. Bestaunt werden konnten zur Vernissage in der „Vertikalen Galerie“ am Beethovenweg mehr als 20 Werke aus dem Œuvre der seit drei Jahrzehnten aktiven Künstlerin aus Eichwalde. Noch bis 29. November 2019 werden ihre vielschichtigen Fotocollagen der Serien mit den schlichten Namen „Status“ und „Ortung“ ausgestellt sein.

Kulturdezernent Carsten Saß begrüßte die Besucher und brachte ihnen den Lebensweg und künstlerischen Werdegang von Gisela Gräning etwas näher. Die gebürtige Kielerin experimentiert seit 1990 mit Fotografien, Zeichnungen, Grafiken oder Röntgenaufnahmen, die sie in ungewöhnlich tiefgründigen Kombinationen zu sogenannten Composites − einer speziellen Art der Collage − zusammenfügt und bearbeitet. „Wir danken Ihnen, dass Sie mit Ihrer wunderschönen, unter die Oberfläche gehenden Kunst unsere Kreisverwaltung bereichern“, sagte Saß.

Die ausgestellten Arbeiten der Serie „Status“ zeigen fotografierte Fragmente antiker Skulpturen, die unter anderem in der Türkei abgelichtet wurden. Verschiedene Körperteile griechischer und römischer Göttinnen, Idealbilder junger Frauenkörper oder steinerne Gesichter werden zu querformatigen Abbildungen zusammengesetzt und mit Schichten aus farbig-transparenten Papieren und Mammografie-Aufnahmen der Krebsuntersuchung überlagert. Die Werke mit dem Titel „Ortung“ sind zusammengesetzt aus Gewebe im Röntgenblick in Kombination mit Detailfotografien von ausgedienten Linearbeschleunigern der Strahlentherapie, die Gräning in einem medizinischen Museum aufgenommen hat. Die sich bedeckenden Strukturen mit medizinischen und antiken Anleihen verschmelzen zu formenreichen und farbenfrohen „Lebenslandschaften“, die viel Platz für Interpretation lassen.

„Wenn verschiedene Betrachter in einem Bild die Möglichkeit haben, unterschiedliche Dinge zu erkennen, finde ich das super“, sagt Gisela Gräning über ihren künstlerischen Antrieb. Als promovierte Biologin hatte sie beruflich im Bereich Mikrofotografie gearbeitet. Seit der Wende erhielt sie für ihre weltweit ausgestellten Arbeiten verschiedene Kunstpreise und Stipendien. Gisela Gräning ist Jahrgang 1951 und regional beispielsweise in einer Schulzendorfer Künstlergruppe oder im Kulturbeirat Eichwalde engagiert.

Die „Vertikale Galerie“ des Landkreises Dahme-Spreewald in Lübben (Beethovenweg 14) kann Montag bis Donnerstag, von 8 bis 18 Uhr, sowie am Freitag, 8 bis 16 Uhr, besucht werden. Weitere Infos zur Schau „Lebenslandschaften – Composites. Collagen“ gibt es im Kulturamt unter Tel. 03546 20-1608 und zur Künstlerin auf der Homepage www.gg-artworks.de.


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