Aktuelles - Landkreis Dahme-Spreewald

2008 / 0169
25.09.2008

Landkreis Dahme-Spreewald als „Ort der Vielfalt“ ausgezeichnet

Landkreis Dahme-Spreewald als „Ort der Vielfalt“ ausgezeichnet

Der Landkreis Dahme-Spreewald ist eine von 66 Kommunen in Deutschland, die sich ab heute „Ort der Vielfalt“ nennen darf. Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend, Dr. Hermann Kues überreichte dem zuständigen Dezernenten des Landkreises, Wolfgang Schmidt, das entsprechende Schild, welches künftig das Landratsamt in Lübben zieren wird.

Die Bundesregierung hat im November 2007 die Initiative „Orte der Vielfalt“ ins Leben gerufen. Ziel ist es, Städte, Kreise und Gemeinden in ganz Deutschland in ihrem Engagement für Vielfalt, Toleranz und Demokratie zu stärken und einen aktiven Beitrag zur Bekämpfung von Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus zu leisten. Der Kreistag hat in seiner Sitzung am 13.02.2008 einstimmig den Landrat beauftragt, sich für die Auszeichnung zu bewerben. Seit 2007 verfolgt der Landkreis auf Grundlage eines Lokalen Aktionsplanes das Ziel, die Bevölkerung demokratisch zu stärken und zu ermutigen, mehr Zivilcourage zu zeigen. Dazu werden in den Schulen gezielt zugeschnittene Seminare für Schüler, Lehrer und Eltern zum Thema „Unterschiedliche Erscheinungsformen des Rechtsextremismus" durchgeführt. Wirkungsvolle Projekte wie Besuche von KZ-Gedenkstätten, Musikveranstaltungen, Lesungen und Diskussionen mit Zeitzeugen haben stattgefunden und finden auch 2008 statt. Diese stellen eine Bereicherung des Gemeinwesens dar. Die lokalen Akteure wie die Kommunalverwaltungen, politische Gremien und Jugendeinrichtungen werden qualifiziert und über die Erscheinungsform des Rechtsextremismus aufgeklärt. In den nächsten Jahren wird mit Hilfe des Bundesprogramms "VIELFALT TUT GUT." an dem langfristigen nachhaltigen Erfolg aktiv weitergearbeitet.

„Für den Landkreis ist die Auszeichnung von enormer Bedeutung“ so Schmidt. „Intoleranz, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit schaden nicht nur der Demokratie sondern auch der Wirtschaft und gefährden den Zusammenhalt der Gesellschaft.“ Ob der spanische Student an der TFH Wildau, der polnische Tourist im Spreewald, der dänische und malaysische Investor bei Tropical Islands oder am Flughafen BBI in Schönefeld als Tor zur Welt – der Landkreis und seine Bürger leben von Toleranz und Weltoffenheit. Hinzu kommen die enormen Exporte unserer Unternehmen nicht nur in die Europäische Union sondern in die ganze Welt.
Auch das Aktionsbündnis Halbe gegen Heldengedenken und Naziaufmärsche, das Programm Tolerantes Brandenburg, der Lokale Aktionsplan Dahme-Spreewald, aber auch die Fußball WM 2006 , der Brandenburgtag in Königs Wusterhausen und das engagierte Eintreten gegen Rechts in Lübben waren wichtige Mosaiksteine um das Ansehen der gesamten Region im In- und Ausland positiv zu verändern.

Das der Landkreis dadurch gewonnen hat steht für Schmidt fest. „Unsere zentrale Lage in Europa ist Chance und Herausforderung zugleich. Der Einzug von Rechtsextremisten in die Kommunalparlamente wäre das Schlimmste, was uns jetzt passieren könnte. Das kostet echte Arbeitsplätze.“ Es ist belegt dass Kommunen, die nur den Anschein von Fremdenfeindlichkeit haben, eine wirtschaftlich schlechtere Entwicklung nehmen.

Freuen kann sich der Landkreis außerdem, dass die Kreisstadt Lübben ebenfalls als Ort der Vielfalt ausgezeichnet wurde. Schmidt hofft, dass noch viele Kommunen im Landkreis, gerade auch die größeren im Norden, diesem Beispiel folgen werden. Noch bis 30.11.2008 läuft die 2. Bewerbungsrunde.



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