Pressemitteilung

2017 / 0173
07.06.2017

Landkreis verleiht Umweltpreis

Am 06.06.2017 würdigte Landrat Stephan Loge zusammen mit Chris Halecker, dem Beigeordneten und Umweltdezernenten, sowie Olaf Schulze, dem stellvertretenden Kreistagsvorsitzenden, zum neunten Mal das besondere ehrenamtliche Engagement von acht Personen, Vereinen und Initiativen für die Umwelt. „Es ist nicht leicht für uns gewesen, sich zu entscheiden, denn alle Vorgeschlagenen engagieren sich sehr für die Umwelt in unserem Landkreis Dahme-Spreewald und leisten damit einen wichtigen Beitrag für ein gutes Umweltbewusstsein“, schwärmt Landrat Stephan Loge.

Die Jury, bestehend aus dem Landrat, dem Ersten Beigeordneten, dem Vorsitzenden des Kreistages, dem Vorsitzenden des Naturschutzbeirates (Herr Woitke) und dem Vorsitzenden sowie vier weiteren Mitgliedern des Ausschusses für Bauen und Umwelt entschieden sich dazu, das Preisgeld von insgesamt 2.600 Euro unter drei Preisträgern aufzuteilen.

Preisträger und Teilnehmer des Umweltpreises 2017Preisträger und Teilnehmer des Umweltpreises 2017

Mit dem Umweltpreis des Landkreises werden alle drei Jahre besonders ehrenamtliche Leistungen und wissenschaftliche Arbeiten, die in den Bereichen Umwelt- und Naturschutz, Landschaftspflege und Umweltbildung zu einer nachhaltigen Verbesserung der Umweltsituation im Landkreis beitragen, ausgezeichnet. „In diesem Jahr ist ein, wie ich finde, erstaunlich großes Potenzial sichtbar geworden, das, da bin ich sicher, weit über diesen Tag hinaus Bestand haben wird beziehungsweise zum Nachahmen und zu weiteren Initiativen anregen wird“, freut sich Stephan Loge.

Das trifft allen voran auf die Erstplatzierten, die Jugendumweltgruppe „Die Waldies“, zu, die neben einem Aboretum vor über 25 Jahren nun auch eine Igelrettungsstation und eine Bienenerlebniswelt entwickelt hat. „Die Kinder und Jugendlichen lernen seit nunmehr 25 Jahren einen verantwortungsvollen Umgang mit der Natur, mit Pflanzen und Tieren und letztendlich ebenso miteinander. Durch die langjährige Umweltbildungs- und Öffentlichkeitsarbeit verschafft die Gemeinschaft der „Waldies“ dem Naturschutzgedanken eine größere Beachtung“, unterstreicht Landrat Stephan Loge bei seiner Laudatio die Errungenschaften der „Waldies“. Initiatorin und Leiterin der Gruppe, Britta Herter, bedankt sich herzlich für die Auszeichnung und das Preisgeld von 1.300 Euro. Mittlerweile werde sich in der Igelrettungsstation jährlich um ca. 80 Tiere gekümmert. „Eine so große Anzahl an schutzbedürftigen Tieren, können die Waldies nur dank weiteren ehrenamtlichen Helfern bedienen. Auch bei der Bienenerlebniswelt steht uns derzeit ein Imker zur Seite“, erläutert Britta Herter. „Zugegeben; Nachwuchsprobleme habe ich keine“, freut sie sich. Landrat Stephan Loge verleiht den 1. Preis an "Die Waldies" Britta HerterLandrat Stephan Loge verleiht den 1. Preis an "Die Waldies" Britta Herter

Mit dem zweiten Preis wird Susanne Leber für ihr ehrenamtliches Engagement und ihre Erfolge bei der Vermittlung von Umweltthemen und Naturwissen insbesondere zur Arten- und Lebensraumerhaltung im Oberspreewald ausgezeichnet. „Ihr seit 1978 erlebbares und nachweisbares Engagement im ehrenamtlichen Naturschutz, insbesondere in den Bereichen Umweltbildung und -erziehung, in der Organisation und Planung von Arten- und Naturschutzprojekten, begründet eine außerordentliche Würdigung ihrer Leistungen.“, erklärt Landrat Stephan Loge. „Gemeinsam sind wir in mancherlei Hinsicht gute Multiplikatoren gewesen, gerade in Bezug auf das Gewässerrandstreifenprojekt. Ich weiß nicht, ob wir ohne sie so weit gekommen wären“, lobt Stephan Loge die Zusammenarbeit weiter. Durch die Arbeit von Frau Leber wird das Umweltbewusstsein in der Bevölkerung gefördert und dem Naturschutzgedanken größere Beachtung verschafft. Ihre Mitarbeit seit 2007 als Naturschutzbeiratsmitglied des Landkreises Dahme Spreewald sowie als ehrenamtlicher Naturschutzhelfer unterstreicht ihre außergewöhnliche Einsatzbereitschaft. „Für mich ist es wichtig, die unterschiedlichen Interessengruppen zu vertreten und Verständnis für sie, wie zum Beispiel die des Wolfes, zu wecken und dabei zu vermitteln“, betont Susanne Leber. Für sie ist jede Art schützenswert. Ihr Preisgeld in Höhe von 800 Euro spendet sie dem Arznei- und Gewürzpflanzengarten Spreewald e.V..
Susanne Leber erhält den 2. PreisSusanne Leber erhält den 2. Preis

Mit dem dritten Preis  wurden die ehrenamtlichen Bemühungen und Erfolge bei der Vermittlung von Zielen der naturnahen Waldbewirtschaftung im Dahme – Heideseengebiet von Tim Ness gewürdigt. „Nach einem Großwaldbrand auf 32 ha im Frühjahr 2000 im Revier Buchholz setzten Sie sich maßgeblich dafür ein, dass große Bereiche nicht aufgeforstet, sondern der natürlichen Wiederbewaldung überlassen wurden. Dadurch konnten sich eine Vielzahl von Insekten-, Vogel- und Pflanzenarten spontan ansiedeln und es entstand ein natürlicher Birken-Kiefern-Vorwald, der mittlerweile eine Exkursions- und Referenzfläche darstellt“, hebt Stephan Loge hervor. Aber auch das Mitwirkung und die Initiativen von Tim Ness bei der Schaffung von zahlreichen Umweltbildungsangeboten (z.B. Exkursionen, Vorträge) sowie die mittlerweile überregional bedeutsamen Veranstaltungen wie das „Waldfest“, die „Waldweihnacht“ oder die Kinovorstellungen im „Waldkino Hammer“ zu unterschiedlichen Umweltthemen werden als besonderes ehrenamtliches Engagement gewürdigt. „Mein persönliches Anliegen ist es, beispielsweise mit dem Kinofilm ‚Familie Wolf‘ brisante Themen zu versachlichen und Ängste abzubauen. Denn der Wolf hat es verdient von uns hier empfangen zu werden“, so Timm Ness. Sein Preisgeld in Höhe von 500 Euro reicht Herr Ness weiter an die Waldschule zum Specht in Börnichen und an das Haus des Waldes in Gräbendorf.

Landrat Stephan Loge verleiht den 3. Preis an Tim NessLandrat Stephan Loge verleiht den 3. Preis an Tim Ness

Alle Vorgeschlagenen für den Umweltpreis erhielten eine Urkunde, ein Präsent und Blumen durch die drei Gratulanten. Jeder der Anwesenden umriss kurz sein umweltschützerisches Engagement. So erfuhren die Anwesenden von Jürgen Sauer, dass der Höllberghof dringend Nachwuchs im Bereich der Betreibung und der Vermarktung benötige. „Ich werde und müsse mich mit über 70 Jahren zunehmend herausnehmen und mehr dem privaten Bereich widmen“, so Herr Sauer.Landrat würdigt Jürgen SauerLandrat würdigt Jürgen Sauer

„‘Wenn die Biene stirbt, stirbt auch der Mensch‘, an dieses ihrer Zitate erinnere ich mich noch heute“, leitet Landrat Stephan Loge die zahlreiche Verdienste und Publikationen rund um das Thema Erhalt der Bienen durch Wolfgang Voigt ein. In seinen Publikationen macht er unermüdlich auf ökologische Zusammenhänge und das Artensterben aufmerksam und versucht diese einer breiten Bevölkerungsschicht nahe zu bringen. „Es geht mit der Honigbiene bergab“, mahnt Herr Sauer in die Runde und überreicht seine gesammelten Werke dem Landrat.

Landrat würdigt Wolfgang VoigtLandrat würdigt Wolfgang Voigt

Sehr dankbar für den Vorschlag seiner Person zur Auszeichnung mit dem Umweltpreis war Sebastian Fuchs. Er arbeitet seit Jahren kritisch und unterstützend mit der unteren Naturschutzbehörde des Landkreises zusammen und lobt die Ansprechpartner. Auf Nachfrage, welche Bäume an den Allen gepflanzt werden sollten, nennt er Obstbäume. „Obstbäume sind die Besten, denn sie sind anspruchslos, günstig und ihre Früchte nützen dem Menschen, den Tieren und Insekten. Noch dazu sind die Früchte unbehandelt und somit trotz der Nähe zur Straße gesünder als die aus dem Supermarkt“, so Sebastian Fuchs, der gern Auskunft gibt. Herr Fuchs beteiligt sich ehrenamtlich für viele verschiedene Umweltprojekte. Seine zahlreichen Aktivitäten stehen immer im Dienst von Natur und Umwelt. Durch seine Arbeit wird das Umweltbewusstsein in der Bevölkerung gefördert und dem Naturschutzgedanken größere Beachtung verschafft.

Landrat würdigt Sebastian FuchsLandrat würdigt Sebastian Fuchs

Gestaunt haben die Anwesenden über den Verein „Abfallstreife e.V.“, der seit 2015 für die Beseitigung von Unrat am Krummensee und „am Luch“ in Königs Wusterhausen verantwortlich ist. Zudem beteiligte sich der Verein am Herbst- und Frühjahrsputz der Stadt Königs Wusterhausen und warb vorab für die Teilnahme auf der Internetseite. Auch beim „Großreinemachen“ des Zeesener Interessenvereins nahm der Abfallstreife e.V. teil. „Sie betreiben zudem wichtige Aufklärungsarbeit für die Öffentlichkeit und weisen auf unerwünschte Verhaltensweisen zur Sensibilisierung der Bevölkerung hin. Nicht zuletzt durch ihren Einsatz und selbstorganisierten Sammlungen tragen sie maßgeblich zur Verbesserung der Umweltsituation bei“, lobt Landrat Stephan Loge.

Landrat würdigt Maria BöhmeLandrat würdigt Maria Böhme

Vom NABU Deutschland Regionalverband „Dahmeland“ e. V. wurden Axel Mieritz aus Zeuthen für seine vielfältigen Aktivitäten für die Natur und Landschaft des Landkreises Dahme-Spreewald vorgeschlagen. Herr Mieritz arbeitet ehrenamtlich für viele verschiedene Umweltprojekte. Seine zahlreichen Aktivitäten stehen immer im Dienst von Natur und Umwelt. Er ist bestrebt das Umweltbewusstsein in der Bevölkerung zu fördern und dem Naturschutzgedanken größere Beachtung zu verschaffen. Außerdem unterstützt er die Arbeit der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreis Dahme-Spreewald und anderer Fachbehörden tatkräftig. Eines seiner Projekte im NABU Regionalverband „Dahmeland“ ist die Bestandsaufnahme und die Kontrolle der Vogelwelt auf den Rieselfeldern bei Ragow. Herr Loge bedankt sich bei dieser Gelegenheit für den Schutz des Wachtelkönigs und weiteren Riesenbrütern.

Landrat würdigt Axel MieritzLandrat würdigt Axel Mieritz

Umweltpreise 2017 und Ehrenurkunden gehen an:

 1.      PREIS geht an die Jugendumweltgruppe „Die Waldies“ mit 1300 Euro

Vorschlag der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald e.V., Regionalverband Dubrow e.V. durch die Vorsitzende Frau Britta Herter

Thema:          Igelrettungsstation und Bienenerlebniswelt – 25 Jahre Waldies

  • Die Waldjungendgruppe „Die Waldies“ wurde 1992 als Jugendumweltgruppe des Regionalverbandes Dubrow e.V. der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald e.V. gegründet.
  • Seit 25 Jahren können Kinder und Jugendliche der Region im Rahmen verschiedener Projekte die Aspekte der Natur und ihres Schutzes, die nachhaltigen Umweltnutzung und den verantwortungsvollen Umganges mit Pflanzen, Tieren und Mitmenschen kennenlernen, selbst erfahren und  Verantwortung übernehmen
  • Gestartet haben „Die Waldies“ mit dem Arboretum in Königs Wusterhausen,
  • Im Fokus steht die Umweltbildung
    • Hierzu wurde das Arboretum gepflegt und gestaltet (z. B. mit Gartenteich, Wildblumenwiese und Barfußpfad) und
    • dauerhafte Projekte wie die Igelrettungsstation und die Bienenerlebniswelt ins Leben gerufen
  • Igelrettungsstation:
    • In den Spätherbst- und Wintermonaten werden in diese seit über 20 Jahren bestehende Tierrettungsstation neben Vögeln und Eichhörnchen hauptsächlich Igel „eingeliefert“; sehr vielen Tieren konnte durch den Einsatz der „Waldies“ unter fachlicher Anleitung von Frau Herter das Leben gerettet werden.
  • Bienenerlebniswelt:
    • Die 2012 eröffnete und in Verbindung mit der Betreuung der 10 Bienenstöcke entwickelte Bienenerlebniswelt ermöglicht eigene neue Blickwinkel und Erfahrungswerte für die betreuenden Kinder und Jugendlichen und die zahlreichen Besucher.

 2.      PREIS geht an Frau Susanne Leber mit 800 Euro

Dr. Edeltraud Radochla aus Werben OT Ruben schlug Susanne Leber vor

Thema:          Würdigung ehrenamtlicher Bemühungen und Erfolge bei der Vermittlung von Umweltthemen und Naturwissen insbesondere zur Arten- und Lebensraumerhaltung im Oberspreewald insbesondere im NSG und FFH-Gebiet Byhleguhrer See

  • Susanne Leber, aufgewachsen am Byhleguhrer See, ist seit fünf Jahrzehnten mit dem Naturraum „Oberspreewald“ im besonderen Maße verbunden.
  • Nach ihrem Studium an der Universität Rostock in den Fachbereichen Melioration und Landeskultur/Umweltschutz lag ihr besonderes Interesse auf der Erhaltung und Entwicklung des Arten- und Lebensraumschutzes
  • Ein besonders heraus zu hebender Schwerpunkt ihrer ehrenamtlichen Arbeit liegt seit mehreren Jahrzehnten in der Organisation der Aufstellung, Kontrolle und Pflege von Amphibienleiteinrichtungen.
  • Durch ihr Engagement im Rahmen der Registrierung und Auswertung der Fangergebnisse über lange Zeiträume entstand unter Mitwirkung der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises z B. an der L 51 im Bereich Byhleguhrer See eine stationäre Amphibientunnelanlage innerhalb des Straßenkörpers. Die Projektierung dieser Anlage erfolgte durch Susanne Leber selbst.
  • Durch diese Anlage ist ein Lebensraumverbund entstanden, der neben Amphibienarten auch zahlreichen Kleinsäugern ein gefahrloses Unterqueren der Landesstraße ermöglicht.
  • Eine weitere bedeutsame Amphibienleiteinrichtung entstand auf Initiative von Susanne Leber an der Ortsverbindungsstraße Straupitz-Laasow, die insbesondere dem Schutz des Kammmolches, eine Fauna-Flora-Habitat-Art mit europäischem Schutzstatus, dient.
  • Auch hier ist ihr unermüdlicher Einsatz seit vielen Jahren hervorzuheben bei der Pflege dieser Anlage.
  • Eine weitere Herzensangelegenheit besteht in der Erhaltung und Sicherung der Wasserstände des Byhleguhrer Sees und seiner botanisch wertvollen Randflächen. Hier vermittelt Susanne Leber ihr Wissen zu Arten und Lebensräumen auf vielfältiger Art und Weise im Rahmen von Exkursionen mit Einheimischen und Besuchern.
  • Ihr Einsatz im Rahmen von Baum- und Alleepflanzungen in den Gemeinden Butzen, Byhleguhre und Mühlendorf, bei der Erstellung des FFH-Managementplanes „Nördliches Spreewaldrandgebiet“ oder bei der Beschaffung von Finanzmitteln für die Wiederherstellung von Laichgewässern sind weitere zu würdigende Beispiele.
  • In einer Vielzahl von ehrenamtlichen Vorträgen und Führungen im Oberspreewald, in Zeitungsartikeln und Beiträgen in Fachzeitschriften vermittelt Susanne Leber unterschiedlichen Gruppen das Anliegen des Arten- und Landschaftsschutzes.

 3.      PREIS geht an Tim Ness mit 500 Euro

Der Naturpark Dahme-Heideseen und der NaturSchutzFonds Brandenburg schlagen Tim Ness zur Auszeichnung mit dem Umweltpreis 2017 vor.

Thema:          Würdigung ehrenamtlicher Bemühungen und Erfolge bei der Vermittlung von Zielen der naturnahen Waldbewirtschaftung im Dahme-Heideseengebiet

  • Tim Ness 1962 im Erzgebirge geboren
  • von Beruf Diplomforstingenieur
  • ist als aktives Mitglied der Arbeitsgemeinschaft „Naturgemäße Waldwirtschaft e.V.“ der Landesgruppe Brandenburg, im Brandenburgischen Forstverein sowie im Ökologischen Jagdverband engagiert. Er ist der Vertreter der Forstverbände im Kuratorium des Naturparks Dahme-Heideseen.
  • Tim Ness ist seit 1994 Leiter der Landeswaldoberförsterei Hammer.
  • Er engagiert sich im besonderen Umfang für die naturnahe Entwicklung und Bewirtschaftung von Wäldern in Brandenburg und insbesondere im Naturpark Dahme-Heideseen.
  • Sein Wirken fördert insbesondere ein nachhaltiges Umweltverständnis und Umweltbewusstsein bei den hier lebenden und wirkenden Menschen. Das Verständnis der Bevölkerung für den Erhalt der gewachsenen Kulturlandschaft wie auch der Lebensgemeinschaften der Naturlandschaft wird dadurch gefördert.
  • Nach einem Großwaldbrand auf 32 ha im Frühjahr 2000 im Revier Buchholz setzte sich Tim Ness maßgeblich dafür ein, dass große Bereiche nicht aufgeforstet, sondern der natürlichen Wiederbewaldung überlassen wurden. Dadurch konnten sich eine Vielzahl von Insekten-, Vogel- und Pflanzenarten spontan ansiedeln und es entstand ein natürlicher Birken-Kiefern-Vorwald, der mittlerweile eine Exkursions- und Referenzfläche darstellt.
  • Sein weiteres Engagement galt im Rahmen von Schutzausweisungen insbesondere der langfristigen Sicherung der nährstoffarmen Dünen- und Talsandgebiete z. B. rund um den „Paddenpfuhl“ bei Groß Köris, der Sicherung der historisch bedeutsamen Bauernkiefernwälder sowie der Unterstützung von Naturschutzprojekten im Rahmen von EU-LIFE Projekten in zahlreichen Moorgebieten des Dahmelandes.
  • Unter aktiver Mitwirkung und Initiative von Tim Ness entstanden ausgehend vom Forsthaus Hammer verschiedene Wegrouten und Naturerlebnisangebote sowie zahlreiche Veranstaltungs- und Bildungsangebote.
  • Das Forsthaus Hammer ist mittlerweile neben seiner regional- und forstgeschichtlichen Bedeutung auch zu einem Anlauf-, Ausgangs- und Integrationsort geworden. Neben dem alljährlich stattfindenden „Waldfest“ und der „Waldweihnacht“, werden im „Waldkino Hammer“ zahlreiche Kinoveranstaltungen zum Thema Wald, Umwelt und Nachhaltigkeit mit einer mittlerweile überregionalen Bedeutung und Popularität durchgeführt.

Weitere eingegangene Bewerbungen zum Umweltpreis 2017:

Der Biologische Arbeitskreis „Alwin Arndt“ Luckau e.V. schlägt Jürgen Sauer vor.

Thema:          Leistungen für den regionalen Natur- und Umweltschutz

  • Herr Sauer gehört seit 1970 zu den aktiven Mitgliedern des Biologischen Arbeitskreises Luckau.
  • Sein Interesse richtete sich anfangs auf das Fachgebiet Ornithologie. Später wirkte er im damaligen Volkseigenes Gut (Pflanzenproduktion) (VEG (P)) Langengrassau als Landeskulturbeauftragter und setzte sich in diesem Zusammenhang für die Berücksichtigung des Umwelt- und Naturschutzes im VEG ein. Schon in dieser Zeit entwickelte er Konzepte für einen Biotopverbund in der Agrarlandschaft.
  • In dieser Zeit war er auch maßgeblich an der Herausgabe eines regionalen Wanderführers beteiligt.
  • Die Errichtung des Heidegartens Langengrassau, als öffentliche Bildungsstätte, war zu großen Teilen sein Verdienst.
  • Nach der Wende wurde Jürgen Sauer Naturschutzbeauftragter in unserem Landkreis sowie Mitglied des Naturschutzbeirates. Mit seiner Arbeit unterstützte er hier besonders die uNB.
  • Ab 1991 war er Vorstandsmitglied des Fördervereins Naturpark „Niederlausitzer Landrücken“ und gleichzeitig Mitarbeiter im Aufbaustab.
  • Er war Initiator und Motor von zahlreichen ökologisch naturschutzpraktischen Projekten in der Agrarlandschaft des Luckauer Beckens. Hervorzuheben sind in diesem Zusammenhang: Errichtung des Heidegartens Langengrassau, Errichtung des Höllberghofes Langengrassau, Schaffung des Biotopverbundsystems „Waltersdorfer Flur“ und Reaktivierung des Gehren - Goßmarer Mühlenfließes, um nur die wichtigsten Projekte zu nennen. Mit den Projekten erreichte er eine landesweite Beachtung, erhöhte so auch den Bekanntheitsgrad der Region.
  • Herr Sauer ist mittlerweile seit vielen Jahren Geschäftsführer des Naturparkfördervereins. Die Arbeit im Vorstand führt er im Ehrenamt aus. Schwerpunkte in dieser Funktion ist der weitere Aufbau („Komplettierung“) des Höllberghofes mit dem Schwerpunkt ökologische Bildungsstätte und Dokumentationszentrum für Formen der umweltverträglichen Landnutzung.
  • Weiterhin ist sein Einsatz bei der technisch-praktischen Pflege und Nutzung von Schutzgebieten (Höllberge Langengrassau, Wacholderheide Sellendorf, Waltersdorfer Mühlenbusch, Biotope in der Waltersdorfer Flur, Kiesgrube Gießmannsdorf, Pflege von Kopfweiden im Bereich Luckau/ Langengrassau/ Waltersdorf, usw.) sowie der Einrichtung und Pflege von Wanderwegen hervorzuheben. Mit dieser Tätigkeit unterstützt er umfangreich die Aufgabenerfüllung der uNB.
  • In Abstimmung mit dem Landkreis war er an vielen Hausmülldeponiesanierungen (z. B. in Zöllmersdorf, Waltersdorf, Kasel- Golzig, Wittmannsdorf) mit großem Einsatz beteiligt.
  • Auch die Arbeit im Vorstand des Biologischen Arbeitskreises, wo er u. a. die Pflege von Schutzgebieten organisierte und mit durchführte, wurden und werden ehrenamtlich durchgeführt.

 

Eigenbewerbung von Wolfgang Voigt aus Bestensee

  • Herr Voigt hat in den vergangenen 10 Jahren vier Publikationen (ein 5. Manuskript liegt beim Verlag) zum Thema Honigbiene veröffentlicht.
  • Die Honigbiene domestiziert der Mensch schon seit Jahrtausenden. Ursprünglich lebten sie in Baumhöhlen, Nischen oder Erdhöhlen, wo sie ihre sechseckigen Waben bauten.
  • In seinen Büchern wird die Problematik der Honigbiene im Kreislauf des Waldes aufgegriffen und Walderkrankungen, Artenrückgang, Klimawandel und Bienensterben sowie Pollenallergien im Zusammenhang dokumentiert.
  • Bei der intensiven Beschäftigung mit diesem Thema gelang ihm die naturwissenschaftliche Entdeckung, dass die schrittweise Verdrängung der Bienen sowie der Bienenhaltung aus dem Wald vor einem halben Jahrtausend Ausgangspunkt und Ursache für den vielfältigen Rückgang von Tier- und Pflanzenarten ist. Ebenso kam er zu der Erkenntnis, dass die Honigbiene eine wichtige Nahrungskomponente für andere Lebewesen darstellt.

Sven Rasehorn schlägt Sebastian Fuchs aus Krausnick vor und unabhängig davon schlagen Ron Möller und Marco Lausch Herrn Fuchs für den Umweltpreis vor (gesonderter Vorschlag, im Wesentlichen gleicher Inhalt)

Thema:          „Ein engagierter Natur- und Umweltschützer“

  • Herr Fuchs wirkt seit vielen Jahren als Natur- und Umweltschützer in unserem Landkreis sowie im Nachbarlandkreis Oberspreewald Lausitz.
  • Auf Grundlage seiner sehr guten fachlichen Kenntnisse sowie sein Verständnis für ökologische Zusammenhänge und seiner sachlichen Art kann er Menschen aller Altersstufen sehr gut für den Umwelt- und Naturschutz begeistern.
  • Hervorzuheben ist sein Engagement im Amphibien- und Reptilienschutz. So baut Herr Fuchs mit Helfern bereits seit vielen Jahren die Amphibienleiteinrichtung in Staakmühle federführend auf und betreut diese über viele Wochen bis Ende der jeweiligen Wanderperiode der Amphibien. 2016 wurden zum Beispiel über 4000 Amphibien über die Straße in das Laichgewässer getragen und so vor dem Straßentod gerettet.
  • Auch bei der „Installation“ von Kastenrevieren für Vögel und Fledermäuse leistet er wertvolle Arbeit zum Erhalt von bedrohten Arten z. B. für den Wiedehopf, die Mauersegler und verschiedene Eulenarten. Im Nachbarlandkreis unterstützte er die Wiederansiedlung von Dohlen durch Anbringen von Nistkästen.
  • Kritik übt er an fachlich mangelhaft ausgeführter Baumpflege.

Die Stadt Königs Wusterhausen schlägt den Verein „Abfallstreife e.V.“ aus Königs Wusterhausen vor

Thema:          Aufklärungsarbeit zum Thema Abfall und Beseitigung herrenloser Abfälle

  • Der Verein Abfallstreife gründete sich im Jahr 2015 mit dem Zweck das Thema Abfälle als zentralen Punkt der Vereinsarbeit zu betrachten. 
  • Die Vereinsmitglieder waren unzufrieden mit dem Verhalten ihrer Mitbürger gegenüber der Umwelt. Als Schwerpunkt werden dabei besonders die herrenlosen Abfälle in der freien Landschaft betrachtet. So führt der Verein in Eigeninitiative Sammelaktionen herrenloser Abfälle durch und sorgt so für ein ungestörtes Landschaftsbild. Neben den selbst organisierten Sammelaktionen wird sich weiterhin aktiv an vergleichbaren Aktionen anderer Träger beteiligt. Neben dieser Sammeltätigkeit wird Aufklärungsarbeit auf dem Gebiet der Abfälle beispielweise über die Internetseite (http://www.abfallstreife.de/) als auch über einen Social-Media-Auftritt (Facebook) betrieben und selbstverständlich auch über die Aktivitäten des Vereins berichtet.
  • Zu den in letzter Zeit durchgeführten Sammelaktionen gehörte beispielsweise eine Säuberungsaktion am Krummensee als auch „am Luch“ in Königs Wusterhausen. Auch beteiligte sich der Verein am Herbst- und Frühjahrsputz der Stadt Königs Wusterhausen und warb vorab für die Teilnahme auf der Internetseite. Auch beim „Großreinemachen“ des Zeesener Interessenvereins nahm der Abfallstreife e.V. teil.
  • Neben des Sammelns der Abfälle selbst, weißt der Verein bspw. mit einem Beitrag auf der Internetseite darauf hin, wie sich Plastik in der Umwelt negativ auswirkt und leistet somit zusätzlich Aufklärungsarbeit auch um den Mitbürgern zu verdeutlichen, dass die Folgen weitaus größer sind als nur die Beeinträchtigung des Landschaftsbildes.

Viele Mitbürger kennen das Bild, arglos weggeworfener Abfälle in der Landschaft. Viele Mitbürger stört dieses Bild auch, aber nur Wenige finden sich zusammen und werden selbst aktiv, sei es durch Sammlung als auch durch Aufklärungsarbeit.

Der NABU Deutschland Regionalverband „Dahmeland“ e. V. schlägt Axel Mieritz aus Zeuthen vor

Thema:          Leistungen für den Naturschutz im Landkreis Dahme-Spreewald

  • Der NABU Regionalverband „Dahmeland“ schlägt Herrn Axel Mieritz für seine vielfältigen Aktivitäten für die Natur und Landschaft des Landkreises Dahme-Spreewald vor. Weiterhin  fördert er mit seinen Einsätzen das Umweltbewusstsein der Bevölkerung und trägt zum besseren Verständnis bei.
  • Bereits seit 1980 macht er private Aufzeichnungen zu Vögeln und Säugetieren. Seit 1990 ist er Mitglied im NABU Regionalverband „Dahmeland“, ab ca. 2007 wurde er für die Allgemeinheit aktiv.
  • Unter anderem führt er jährlich Brutvogelmonitoring in Klein Köris durch, betreut die Fledermauskastenreviere in Zeuthen und Wildau, ist ehrenamtlicher Biberbeauftragter für den nördlichen Altkreis Königs Wusterhausen, arbeitet seit 2015 im Naturschutzbeirat der Gemeinde Zeuthen, unterstützt Bürgerinitiativen mit seinem Fachwissen, ist Schutzgebietsbetreuer der Stiftung Nationales Naturerbe für die Flutgrabenaue bei Waltersdorf, weiterhin ist er Ansprechpartner für die Untere Naturschutzbehörde und das Landesbüro anerkannter Naturschutzverbände in Potsdam für Stellungnahmen.
  • Ein weiteres Projekt des NABU Regionalverbandes „Dahmeland“, bei dem sich Herr Mieritz arrangiert, ist  die Bestandsaufnahme und die Kontrolle der Vogelwelt auf den Rieselfeldern bei Ragow.
  • Sein Wunsch ist es, noch mehr Zeit für die Natur und Ihren Schutz zu haben und dass sich alle Menschen auf die Natur rückbesinnen.   

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