Bildungsangebote, Sprach- und Integrationskurse für Neuzugewanderte

Bildung ist der Schlüssel zur Integration.

Sie gelingt nur vor Ort, in den Städten und Gemeinden unseres Landkreises. Dabei sind verschiedene Akteure gefragt: beispielsweise die kommunalen, kirchlichen und freien Träger der Kitas, das Schulamt, die Volkshochschule, die Bundesagentur für Arbeit, der Sportverein, die Musikschule, die Jugendhilfe, Stiftungen und ehrenamtliche Helfer. Nur wenn alle gemeinsam diese anspruchsvolle Querschnittsaufgabe angehen, kann Integration gelingen. Wichtig dafür sind gut funktionierende Kooperationsstrukturen.

Im Landkreis Dahme Spreewald wird diese Aufgabe von der Bildungskoordinatorin für Neuzugewanderte wahrgenommen. Ihre Aufgaben sind u.a.:

  • Identifikation und Vernetzung der Akteure der Bildungsarbeit für Neuzugewanderte innerhalb und  außerhalb der Verwaltung: Ämter, Schulen, Hochschulen, private Bildungsträger, Wirtschaft
  • Auf- sowie Ausbau von Gremien und Strukturen zu konkreten Handlungsfeldern: Sprache, Ausbildung, Arbeit
  • Einbindung von Zivilgesellschaft: Asyl-Helferkreise, Vereine, Kirchen und Migrationsorganisationen, Gerwerkschaften, Unternehmen und Stiftungen genauso wie engagierte Ehrenamtliche
  • Information und Beratung politischer Entscheidungsträger auf allen Ebenen: Stradträte, Kreistage, Fachauschüsse, Bügermeisterrunden
  • Zusammenführung von Daten und Wissen über Bildung für Neuzugewanderte

Auf der Basis einer Bestandsaufnahme können so Handlungsoptionen entwickelt werden - von neuen Maßnahmen bis zur Weiterentwicklung bestehender Angebote.

SPRACHKURSE

für zugewiesene Flüchtlinge nach dem Landesaufnahmegesetz ohne Aufenthaltstitel und Bleibeperspektive

Angebote des Landkreises

Der Landkreis Dahme-Spreewald fördert die Durchführung von Deutschkursen für Flüchtlinge und Asylbewerber seit dem Jahr 2014 in großem Umfang. Die Volkshochschule Dahme-Spreewald führt als Einrichtung des Landkreises diese Kurse im gesamten Landkreis durch.

Eine gesetzliche Verpflichtung der Landkreise zur Durchführung solcher Sprachkurse gibt es nicht

  • Teilnahmeberechtigt an einem Sprachkurs sind grds. Flüchtlinge mit
  • guter Bleibeperspektive (Syrien, Iran, Irak, Eritrea)
  • Aufenthaltsgestattung nach § 55 AsylVfG
  • eine Duldung nach § 60a AufenthG oder
  • eine Aufenthaltserlaubnis nach § 23.1 und § 25.5 AufenthG im Bezug von Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz

Bei freien Kurskapazitäten hat sich der Landkreis entschlossen, die Sprachkurse auch für alle anderen Flüchtlinge zu öffnen.  Dies wird nach Einzelfall entschieden.

Die angebotenen Kurse reichen von Alphabetisierungskursen über „Deutsch für Anfänger ohne Vorkenntnisse“ (A1) bis zum „Erwerb der deutschen Sprache auf dem Niveau B2“ nach dem GER (Gemeinsamer Europäischer Referenzrahmen).

INTEGRATIONSKURSE

für Flüchtlinge mit Aufenthaltstitel oder guter Bleibeperspektive

Angebote des Landkreises

Nachdem der Landkreis sich durch das BAMF als Integrationskursträger zertifizieren lassen konnte, kann nun auch die Volkshochschule Integrationskurse anbieten, die allein aus Bundesmitteln finanziert werden.

Teilnahmeberechtigt an Integrationskursen sind anerkannte Flüchtlinge mit Aufenthaltstitel. Auch „Asylbewerber mit guter Bleibeperspektive können gem. § 44 Abs. 4 S. 2 Nr. 1-3 AufenthG im Rahmen verfügbarer Kursplätze zum Integrationskurs zugelassen werden.

Hiernach können

  • Ausländer, die eine Aufenthaltsgestattung gem. § 55 Abs. 1 AsylG besitzen und bei denen ein rechtmäßiger und dauerhafter Aufenthalt zu erwarten ist,
  • Ausländer, die eine Duldung gem. § 60 a Abs. 2 S. 3 AufenthG besitzen und
  • Ausländer, die eine Aufenthaltserlaubnis gem. § 25 Abs. 5 AufenthG besitzen

einen Antrag auf Zulassung zum Integrationskurs bei der Zentrale des BAMF stellen

Die Integrationskurse für Teilnehmer_Innen aus den 4 Herkunftsländern mit hoher Schutzquote (Syrien, Iran, Irak, Eritrea), Berechtigte und Verpflichtete von Ausländerbehörde und Jobcenter sowie EU Bürger werden allein aus Bundesmitteln finanziert und vom BAMF abgerechnet

Personen, die bereits den Integrationskurs abgeschlossen haben, können über das ESF-BAMF Programm an einem Kurs „Deutsch für den Beruf“ kostenfrei teilnehmen. Die Finanzierung erfolgt aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) für Maßnahmen zur berufsbezogenen Sprachförderung für Menschen mit Migrationshintergrund.

Der allgemeine Integrationskurs besteht aus einem Sprachkurs mit 600 Unterrichtsstunden und einem Orientierungskurs mit 60 Unterrichtsstunden.

Angebote anderer Bildungsträger

Asylbewerber und Geduldete, die nicht berechtigt sind, an Integrationskursen teilzunehmen, können auch über das ESF/MASGF-Förderprogramm (ILB) „Deutschkurse für Flüchtlinge“ an einem Sprachkurs teilnehmen, wenn sie eine:

  • Aufenthaltsgestattung nach § 55 AsylVfG
  • eine Duldung nach § 60a AufenthG oder
  • eine Aufenthaltserlaubnis nach § 23.1 und § 25.5 AufenthG im Bezug von Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz

Der Bildungsträger  SBH Südost führt solche Kurse durch und finanziert einen Teil der  Deutschkurse für Flüchtlinge und Asylbewerber auch über das ESF / MASGF (Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie des Landes Brandenburg) -Förderprogramm „Deutschkurse für Flüchtlinge“, das noch bis zum 31.12.2017 läuft.

Die Einzelheiten aller Bildungsangebote für Neuzugewanderte erfragen Sie bitte bei unserer Bildungskoordinatorin.


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