Baumschutz

Bäume stellen für eine Vielzahl von wildlebenden Tierarten die Lebensgrundlage dar. Sie sind die wichtigsten Sauerstofflieferanten und somit entscheidend für ein intaktes und stabiles Klima. Bäume können durch unterschiedliche rechtliche Regelungen geschützt sein.

Verfügt Ihre Gemeinde oder Stadt über eine Baumschutzsatzung? Wenn ja, dann ist diese für die Fällanträge sowie für die Ausnahmegenehmigung für den Nist-, Brut- und Lebensstättenschutz vom 01.03. bis 30.09. zuständig (nur für den Innenbereich). Folgende Gemeinden bzw. Städte im Landkreis Dahme-Spreewald besitzen eine Baumschutzsatzung:

  • Amtsfreie Gemeinden Bestensee, Eichwalde, Märkische Heide, Schulzendorf und Zeuthen
  • Amt Unterspreewald
  • Amt Schenkenländchen
  • Stadt Mittenwalde
  • Stadt Königs Wusterhausen
  • Stadt Wildau

Baumschutzverordnung des Landkreises Dahme-Spreewald (BaumSchV LDS)

Außerhalb des Geltungsbereiches der oben genannten Baumschutzsatzungen findet die BaumSchV LDS Anwendung. Von den Verboten der Verordnung können Ausnahmen erteilt werden. Dazu ist bei der unteren Naturschutzbehörde ein schriftlicher Antrag einzureichen. Dem Antragsschreiben sind folgende Unterlagen beizufügen:

  • Lageplan (1: 1000 oder 1:500) mit Darstellung der geplanten Maßnahme, Gemarkung, Flur, Flurstück
  • Standort des betroffenen Baumes/ der Bäume (Ort, Straße)
  • Angaben zur Baumart und Stammumfang/ Stammdurchmesser (in einer Höhe von 1,30 m gemessen)
  • Fotos
  • Begründung der Fällung; gegebenenfalls Gutachten eines Baumsachverständigen
  • Benennung des Standortes für die erforderliche Ersatzpflanzung, alternativ Einverständnis zur Ersatzzahlung

Anwendungsbereich

Bäume im Landkreis gelten als geschützte Landschaftsbestandteile:
1. ab einem Stammumfang von mindestens 60 cm (das entspricht einem Stammdurchmesser von 19 cm) .
2. mit geringerem Stammumfang bei Ersatzmaßnahmen oder aus landeskultureller Sicht.

Ausnahmen

Die Baumschutzverordnung gilt nicht für Bäume auf Grundstücken mit einer vorhandenen Bebauung bis 2 Wohneinheiten, ausgenommen sind Eichen, Ulmen, Linden, Rotbuchen und Platanen mit einem Stammumfang von mehr als 1,90 m (oder 60 cm Durchmesser in 1,30 m Stammhöhe).
Außerdem gilt sie nicht für: Obstbäume, Pappeln, Baumweiden sowie abgestorbene Bäume innerhalb eines besiedelten Bereiches; Bäume in Gartenbetrieben und für gewerbliche Zwecke; kleingärtnerisch genutzte Einzelgärten in Kleingartenanlagen (§ 1 Abs. 1 des Bundeskleingartengesetzes); Bäume aufgrund eines Eingriffs gemäß §14 des Bundesnaturschutzgesetzes; Bäume im Sinne des § 2 des Waldgesetzes des Landes Brandenburg; Gemeinden mit eigener Baumschutzsatzung

Gefahrenabwehr

Als Maßnahme zur Abwehr einer unmittelbar drohenden Gefahr für Leben und Gesundheit von Personen oder bedeutenden Sachwerten ist eine sofortige Fällung möglich. Die getroffene Maßnahme ist der zuständigen Unteren Naturschutzbehörde unverzüglich anzuzeigen. Der gefällte Baum oder die entfernten Teile sind mindestens 10 Tage zur Kontrolle bereitzuhalten.

Verbote, zulässige Handlungen

Es ist verboten, geschützte Bäume zu beseitigen, zu beschädigen, in ihrem Aufbau wesentlich zu verändern oder nachhaltig zu beeinträchtigen. Einwirkungen auf den Wurzelbereich, welche zur nachhaltigen Schädigung oder zum Absterben des Baumes führen, sind verboten. Der Wurzelbereich eines Baumes umfasst die Bodenfläche unter der Krone (Kronentraufe) zuzüglich 1,50 m. Fachgerechte Pflege- und Erhaltungsmaßnahmen fallen nicht unter das Verbot.Die Gemeinden können in ihren Satzungen weitere Ge- und Verbote aufnehmen.

Genehmigung, Ersatzpflanzung, Ausgleichszahlung

Mit der Genehmigung zur Fällung von Bäumen soll dem Antragsteller auferlegt werden, als Ersatz Bäume einer bestimmten Anzahl, Art und Größe zu pflanzen (gilt nicht für abgestorbene Bäume). Die Bemessung der Auflagen als Ersatzpflanzung richtet sich nach dem Wert des beseitigten Baumbestandes (Stammumfang, Baumart, Habitus und Vitalität). Weitere Regelungen können in Baumschutzsatzungen getroffen werden.

Baumschutz in Schutzgebieten

In Landschafts- und Naturschutzgebieten sind die Schutzgebietsverordnungen zu beachten. Für die Entnahme von Bäumen sind gesonderte Genehmigungen erforderlich.

Nist-, Brut-, und Lebensstättenschutz

Es ist unzulässig, Bäume, Gebüsche oder Ufervegetation außerhalb des Waldes in der Zeit vom 01. März bis 30. September abzuschneiden, zu fällen oder zu roden. Eine Ausnahmegenehmigung hierfür erteilt die untere Naturschutzbehörde oder die Gemeinde mit eigener Baumschutzsatzung.

Gebühr

Die Höhe der Bearbeitungsgebühr wird gemäß der Gebührenordnung des Landes Brandenburg entsprechend des Arbeitsaufwandes für den Bescheid erhoben.

Die zuständigen Ansprechpartner der uNB können Sie der rechten Seitenleiste entnehmen.


nach oben