Afrikanische Schweinepest (ASP)

Stand: Dienstag, 13.07.2021

In Brandenburg ist im September 2020 bei einem toten Wildschwein die Afrikanische Schweinepest (ASP) nachgewiesen worden. Damit gibt es erstmals einen ASP-Ausbruch beim Schwarzwild in Deutschland. Um den ersten Fundort nahe der deutsch-polnischen Grenze in der Gemeinde Schenkendöbern (Spree-Neiße) haben die betroffenen Landkreise eine Kernzone eingezäunt sowie das gefährdete Gebiet und die Pufferzone festgelegt. In den beschilderten Restriktionszonen erfolgt eine intensive Fallwildsuche. Ein zweites ASP-Ausbruchsgeschehen wird seit dem 29. September im festgelegten Kerngebiet um den Fundort im Ortsteil Bleyen (Märkisch-Oderland) bekämpft. Der jüngste Fund befindet sich nahe Friedland/Klein Briesen (Oder-Spree). Das neu gebildete Kerngebiet ragt in das Dahme-Spreewald-Territorium hinein. Der Landkreis Dahme-Spreewald hat daher seine bestehende Tierseuchen-Allgemeinverfügung angepasst und in die konkreten Maßnahmen für die erweiterten Restriktionszonen neu festgelegt.

Im Landkreis Dahme-Spreewald gab es am 19. Februar 2021 den ersten bestätigten ASP-Fall. Der Fundort des toten Tieres befand sich im bereits festgelegten Kerngebiet 3, das sowohl Teile des Landkreises Oder-Spree als auch Dahme-Spreewalds (rund 2.100 Hektar) umfasst. Es handelt sich bei dem infizierten Kadaver um einen Frischling, der nordöstlich von Trebitz (Lieberose) in unmittelbarer Nähe zur Oder-Spree-Kreisgrenze geborgen wurde. Da der jüngste Positiv-Kadaverfund innerhalb der bestehenden Kernzone liegt, hat dies keine weiteren Auswirkungen auf die bereits im Dahme-Spreewald-Kreis festgelegten Restriktionszonen. Seither wurde im Landkreis Dahme-Spreewald auch bei weiten Wildschweinen die Afrikanische Schweinepest festgestellt:

Fundort Anzahl bestätigte ASP-Fälle
bei Wildschweinen
Landkreis Dahme-Spreewald
(Kerngebiet 3)
76

Das Amt für Veterinärwesen, Verbraucherschutz und Landwirtschaft des Landkreises Dahme-Spreewald hat am 13. Juli 2021 eine neue Tierseuchenallgemeinverfügung zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) erlassen.

Aufgrund von geänderten Rechtsgrundlagen und Erleichterungen für die Jägerschaft sowie zur land- und forstwirtschaftlichen Nutzung wurde diese notwendig. Die "Pufferzone" heißt ab sofort nach EU-Recht "Sperrzone I" und das "Gefährdete Gebiet" nun "Sperrzone II". Die jagdlichen Erleichterungen betreffen beispielhaft die erlaubte Jagd auf andere Wildtierarten als Schwarzwild und zusätzliche Jagdformen.

Entgegen anderen Landkreisen mussten die Restriktionsgebiete in Dahme-Spreewald nicht erweitert werden. Die Seuchenlage ist weiterhin stabil. Die bisher gebauten, festen Wildschutzzäune, die das Kerngebiet und die Weiße Zone vom Seuchengeschehen abgrenzen, zeigen ebenso wie die intensiven und konsequenten Fallwildsuchen eine gute Wirkung. Seit Mitte Februar 2021 wurden circa 150 Wildschweinkadaver gefunden. Davon sind 76 positiv auf ASP getestet worden. Der Landkreis führt weiterhin intensiv Fallwildsuchen mittels Menschenketten, Drohnen, Hundesuchführern und Hilfe von Polizeihubschraubern durch. Trotzdem gibt es kaum noch Funde von Fallwild, also auf natürliche Weise verendetes Schwarzwild. Der letzte positive Fall im Landkreis wurde am 9. Juni 2021 amtlich vom Friedrich-Loeffler-Institut bestätigt.

Im Landkreis Oder-Spree kam es südlich von Beeskow zu neuen positiven Funden. Diese waren außerhalb des Kerngebietes Nummer 3, das die Landkreise Oder-Spree und Dahme-Spreewald verbindet. Daher sind nun weitere Tierseuchenmaßnahmen notwendig. Unter anderem haben die beiden Landkreise den Bau zusätzlicher Schutzbarrieren abgestimmt, um ein Einwechseln von ASP-infiziertem Schwarzwild auf noch gesunde Wildbestände zu verhindern. So wird gerade ein weiterer Schutzzaun von Speichrow bis zur B168 über Schadow gebaut. Die Anwohner sind darüber durch ein Informationsschreiben informiert.

Der Landeskrisenstab Tierseuchenbekämpfung-ASP koordiniert die weiteren Maßnahmen zur Infektionseindämmung der Veterinärämter und unteren Jagdbehörden in den Landkreisen vor Ort. Die Afrikanische Schweinepest ist eine ansteckende Erkrankung der Haus- und Wildschweine. Für den Menschen ist diese anzeigepflichtige Tierseuche ungefährlich.

Bürgertelefon

Im Landkreis Dahme-Spreewald besteht eine ASP-Hotline für Bürgeranfragen unter der Telefonnummer 03546 20-1588. Diese ist von Montag bis Freitag in der Zeit von 08:00 bis 16:00 Uhr zu erreichen.

Info-Telefon des Landes Brandenburg:
Tel. 0331 866 5666 (Mo.-Fr. 09:00 - 13:00 Uhr)

Fallwildmeldung

Sollten Privatpersonen ein totes Wildschwein entdecken, ist dies niemals anzufassen. Der Fund ist umgehend dem Kreisveterinäramt mit genauer Beschreibung des Fundortes unter der Tel.: 03546 20-1613 oder per E-Mail an fallwildmeldung@dahme-spreewald.de zu melden. Nach Möglichkeit wird zudem erbeten, ein Foto vom Kadaver sowie die GPS-Koordinaten des Fundortes per Smartphone mitzuteilen.

Hinweis

Ab 1. März 2021 beginnt wieder die Untersuchung der Blutproben von Wildschweinen außerhalb der ASP- Restriktionsgebiete (für die Probengewinnung stehen Tupfer, EDTA- und Serumröhrchen zur Verfügung).

Aktuelle Presseinformationen

Alle Presseinformationen des LDS zur ASP finden Sie hier.

Öffentliche Bekanntmachungen

Tierseuchenallgemeinverfügung Nr. 05/2021 zum Schutz gegen die Afrikanische Schweinepest bei Wildschweinen vom 13. Juli 2021

Merkblätter und Anträge

Merkblatt für die telefonische Meldung von verendet aufgefundenem Schwarzwild (Fallwild und Unfallwild) mit GPS-Daten
Erlegungsprämie - Antrag auf Prämiengewährung für Schwarzwilderlegung
Kadaverprämie für verendet aufgefundenes Schwarzwild (Fallwild) und Unfallwild - Probenbegleitschein und Antrag auf Aufwandsentschädigung
Erhebungsbogen des FLI für verendet aufgefundene Wildschweine (Fallwild)
Erlass zur Auszahlung einer Streckenprämie für Schwarzwild
Antrag auf Auszahlung einer Streckenprämie für Schwarzwild
Information für Jäger zur Afrikanischen Schweinepest

Merkblatt - Prämien für die Schwarzwildbejagung und Fallwildmeldung

Übersicht zur Aufwandsentschädigungen für Jagd, Fallwildsuche

Merkblatt für Jagdausübungsberechtigte zur Abgabe von erlegtem aber nicht vermarktungsfähigem Schwarzwild („Abgabeprämie“)
Probenbegleitschein für vermarktungsfähiges Schwarzwild - Untersuchung auf KSP/ASP
Probenbegleitschein für erlegtes, nicht vermarktungsfähiges Schwarzwild im Kerngebiet und in der Weißen Zone
Antrag auf Ersatz von Aufwand/Schaden von Grundstücks-eigentümern/-besitzern und Jagdausübungsberechtigten
Antrag auf Ausnahmegenehmigung zur Nutzung von land- und / oder forstwirtschaftlichen Flächen in einem von der Afrikanischen Schweinepest betroffenem Restriktionsgebiet


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