Wachsamkeit für Kindeswohl und Schutz vor häuslicher Gewalt

Das Jugendamt des Landkreises Dahme-Spreewald ruft angesichts der weitreichenden Einschränkungen des öffentlichen Lebens wegen der Coronakrise zu erhöhter Wachsamkeit für die Sicherung des Kindeswohls auf. Die berechtigte Covid-19-Prävention stelle eine Herausforderung für das gesamte Familienleben dar, dürfe aber nicht zu konkreten Gefahren für Leib und Leben von Kindern führen: „Mit der Schließung von Kindertagesstätten und Schulen und der eingeschränkten Bewegungsfreiheit aufgrund des Coronavirus stehen viele Eltern vor der Herausforderung, ihre Kinder durchgängig zu Hause zu betreuen. Das familiäre Leben reduziert sich zu großen Teilen auf das häusliche Umfeld. Das kann zu einer echten Belastungsprobe für die ganze Familie werden“, erläutert Jugendamtsleiterin Petra Wehle.

Es kann für manche Elternteile zur Überforderung führen, derzeit Homeoffice, Haushalt, Hausaufgaben für die Schulkinder und Kinderbetreuung in ungewohnter und ungeübter Art und Weise unter einen Hut bringen zu müssen. In der Sorge um die Gesundheit, Angst um die finanzielle Zukunft in Kombination mit einem eingeschränkten Bewegungsradius kann es mitunter kurzschlussartig zu Problemen und Konflikten innerhalb der Familie kommen, so Wehle weiter.

Daher weist das Jugendamt auf geschaltete Kinderschutz-Hotlines hin. An folgende Nummern können sich Kinder und Jugendliche, Eltern sowie andere Sorgeberechtigte und Bürger wenden, wenn die häusliche Situation sie dieser Tage überfordert oder sie selbst sowie andere in Konflikte, Probleme und Not geraten:

„Nummer gegen Kummer“

  • Jugendamt Dahme Spreewald
    03546 20-1730 oder 03375 26-2653
    jugendamt@dahme-spreewald.de
  • Schutzstellen für Kinder und Jugendliche des Landkreises Dahme- Spreewald
    Tel. 03546 27083000
    Tel. 03375 2131334
  • Für Kinder und Jugendliche: 116 111
  • Elterntelefon: 0800 111 0550
  • Pflegetelefon: 030 2017 9131
  • Hilfetelefon „Schwangere in Not“: 0800 404 0020
  • Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“: 0800 011 6016

Auch der WEISSE RING in Dahme-Spreewald, der bundesweit vernetzten Hilfsorganisation für Opfer von Kriminalität und zur Verhütung von Straftaten, befürchtet in der Coronakrise die Zunahme an Fällen von häuslicher Gewalt. Deshalb ruft der Opferhilfeverein Familienmitglieder, Nachbarn und Bekannte zu besonderer Achtsamkeit auf, informiert Außenstellen-Leiter Christian Skowronek. Die Opferhelfer des WEISSEN RINGS sind ebenfalls während der Coronakrise erreichbar:

Schutz vor Gewalt gegen Frauen

Ein Problemfeld, das ich vor dem Hintergrund der Corona-Krise ebenfalls verstärken kann, ist die Zunahme an häuslicher Gewalt gegenüber Frauen und deren Kindern: „Einen Anstieg an solchen Übergriffen im Landkreis Dahme-Spreewald ist im Moment noch nicht bemerkbar. Die derzeitige Situation kann für Betroffene aufgrund verminderter Ausweichmöglichkeiten zu Verwandten  oder Bekannten in Kombination mit einem erhöhten Stresslevel durch die Einengung auf die häuslichen Räumlichkeiten schnell eskalieren. Wir gehen zu dem davon aus, dass die Dunkelziffer an Gewalttaten weitaus höher ist“, erklärt LDS-Gleichstellungsbeauftragte Elke Voigt.

Das Frauenhaus des Landkreises Dahme-Spreewald bietet daher aktuell insgesamt elf Frauen und 14 Kindern Schutz vor häuslicher Gewalt. Das Frauenhaus-Team ist unter der Rufnummer 033763 214410 rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche erreichbar. Der Landkreis betreibt das Frauenhaus als einzige Einrichtung dieser Art im gesamten Land Brandenburg kommunal. Das Schutzhaus verfügt über ein auskömmliches Platzangebot  und einen weitläufigen Garten, in dem gespielt und getobt werden kann. Mitarbeiterinnen der Gleichstellungsbeauftragten bieten dort als Sozialarbeiterinnen auch professionelle Beratung und psychosoziale Betreuung der Kinder an. Der Zugang für Frauen mit Behinderungen ist in dem Frauenhaus gegeben.


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